Nur das Mutterland des Eishockey war zu stark

Mit einer riesigen Party in der Innsbrucker Altstadt wurden am Samstag die Winter World Master Games 2020 offiziell eröffnet. Mit den Worten „auf eine großartige Zeit“ gab Kai Holm, Präsident der International Masters Games Association (IMGA), den offiziellen Startschuss. Der inoffizielle erfolgte wenige Stunden zuvor, knapp 30 Kilometer weiter westlich.

Die Kuppelarena in Telfs war Schauplatz des Damen-Eishockeyturniers. Die Vorrundenspiele boten nicht nur sehenswerten Sport, sondern hatten auch manch Überraschung zu bieten. So setzte sich die Mannschaft der „Icemice Telfs/Tiroler Madln“ gegen die „Red Angels“ aus Innsbruck etwas unerwartet mit 4:0 durch. Unerwartet deshalb, weil die Truppe von Headcoach Thomas Dummer bunt zusammengewürfelt war, und im Vorfeld erst eine gemeinsame Trainingseinheit absolvierte. „Es war ein richtiges Abenteuer. Weil wir weder die Gegner gekannt haben, noch uns selbst so richtig einschätzen konnten. Aber man hat im Laufe des Turniers schon gemerkt, dass es etwas werden könnte.“ Dass es gar für eine Medaille reichen könnte, war spätestens nach dem knappen 3:2-Erfolg über die deutsche Mannschaft „Ice Karoos“ klar. Das 0:7 im abschließenden Vorrundenspiel gegen die „Peace Country Canadians“ nahm Torhüterin Astrid Dummer mit Humor. „Gegen Kanada darf man schon mal verlieren.“

So kam es im Spiel um den Finaleinzug abermals zum Duell gegen die „Ice Karoos“. Und wie schon in der Vorrunde behielt die Truppe rund um Top-Scorerin Sonja Kullmann auch diesmal die Oberhand. Mit 6:1 noch dazu recht deutlich. Im Finale warteten mit den „Peace Country Canadians“ alte Bekannte. Und so manch Zuschauer der das Finale von der Tribüne der Tiwag-Arena in Innsbruck aus verfolgte, rieb sich ungläubig die Augen, wagten es die mit den „Eismäusen“ Carolin Konrad, Patricia Bacher und Astrid Dummer gespickten „Tiroler Madln“ doch tatsächlich, den haushohen Favoriten zu ärgern. Karin Mitterer traf nach 73 Sekunden zur 1:0-Führung. Auch der zwischenzeitliche Ausgleich warf die Dummer-Truppe nicht aus der Bahn. Im Gegenteil: Barbara Onder sorgte Mitte des zweiten Drittels für die neuerliche Führung.

Dass es letztendlich doch nicht zum großen Coup langte – dank dreier Treffer im Schlussdrittel siegten die Kanadierinnen mit 5:2 – schrieb Dummer auch dem Altersunterschied zu. „Die Kanadierinnen waren deutlich jünger. Bei uns waren Spielerinnen von 35 bis 59 Jahre im Einsatz. Und da ist der körperliche Einbruch im letzten Drittel nur allzu verständlich. Dennoch bin ich sehr zufrieden. Wir wollten uns so teuer als möglich verkaufen und den großen Favoriten ein wenig ärgern. Das ist uns gelungen“, sparte der Headcoach nicht mit Lob für seine Mannschaft. „Wir haben einen super Teamgeist entwickelt, es konnte sich eine Spielerin auf die andere verlassen. Es war ganz einfach ein tolles Turnier.“

Die Vorrunde: Red Angels Innsbruck – Icemice Telfs/Tiroler Madln 0:4 (0:1, 0:1, 0:2). Tore für Telfs: Kullmann (7., 31.), Böck (28.), Mitterer (32.). Peace Country Canadians – Ice Karoos 7:2. Peace Country Canadians – Red Angels Innsbruck 15:0. Icemice Telfs/Tiroler Madln – Ice Karoos 3:2 (0:0, 0:0, 3:2). Tore für Telfs: Mitterer (31., 34.), Onder (33.). Red Angels Innsbruck – Ice Karoos 0:9. Peace Country Canadians – Icemice Telfs/Tiroler Madln 7:0 (3:0, 2:0, 2:0).

Die Kreuzspiele: Icemice Telfs/Tiroler Madln – Ice Karoos 6:1 (2:0, 3:1, 1:0). Tore für Telfs: Kullmann (10., 22., 24., 38.), Russler (11.), Onder (28.). Peace Country Canadians – Red Angels Innsbruck 14:0.

Das Spiel um Platz drei: Red Angels Innsbruck – Ice Karoos 0:4.

Das Finale: Peace Country Canadians – Icemice Telfs/Tiroler Madln 5:2 (0:1, 2:1, 3:0). Tore für Telfs: Mitterer (2.), Onder (27.).

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