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Auch Schiris in der Warteschleife

Als schönste Nebensache der Welt ist die Ausübung des Fußballsports durch die Coronakrise seit Monaten nicht möglich, ein Ende der Zwangspause vorerst nicht absehbar. Spieler, Betreuer, Funktionäre und Fans leiden unter der Situation. Dies gilt freilich genauso für die Schiedsrichter im Land, die ebenfalls zur Untätigkeit verdammt sind.

Bei 250 Spielen an normalen Fußballwochenende hat Besetzungsreferent Gregor Danler Zugriff auf rund 150 Unparteiische. Mehrfachbesetzungen bleiben da nicht aus. „Und ohne Vereinsschiedsrichter ließe sich das System nicht aufrecht erhalten“, stellt Danler klar.

Was aber machen die Schiedsrichter aktuell? Danler: „Sie halten sich auf eigene Verantwortung körperlich fit. Das ist aktuell die einzige Möglichkeit. Der Wettkampf mit seinen spielspezifischen Situationen kann aktuell aber natürlich niemand simulieren.“

Noch vor dem von der Bundesregierung verordneten Lockdown konnte in Tirol ein Seminar für jene Schiedsrichter absolviert werden, die von der Regional- bis zur Landesliga pfeifen. Alle anderen vorgesehen Termine mussten bis auf weiteres aber abgesagt werden. „Wir müssen abwarten, wie sich die ganze Sache weiter entwickelt. Geplant ist vorerst, dass wir die verschobenen Lehrgänge durch ein Sommerseminar ersetzen“, erklärt Danler.

Der inständig hofft, dass „es im Tiroler Fußball-Unterhaus keine Geisterspiele geben wird. Ohne Fans würde ein wesentlicher Bestandteil des Amateurfußballs wegbrechen.“

Völlig zum Stillstand gekommen ist vorerst auch die Ausbildung neuer Schiedsrichter. Danler: „Wir haben zwar so weit als möglich auf Fernkurse umgestellt, die nötigen Abschlusstage können aber derzeit natürlich nicht abgehalten werden. Dabei wären neue Schiedsrichter dringend erwünscht.“

Eine erfreuliche Meldung gibt’s denn aber doch noch: Der 35-jährige Walter Altmann, aus Wörgl stammender und in Kundl wohnhafter Unparteiischer aus dem Unterland, wurde mit Beginn es Jahres zum FIFA-Schiedsrichter befördert. Er ist der erste Tiroler in dieser Funktion seit Thomas Einwaller. Dieser wiederum fungiert inzwischen wie der legendäre Konrad Plautz als Schiedsrichterbeobachter.

Besetzungsreferent Gregor Danler.
Foto: Scharinger

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