Aufstiegskampf der Marke brutal

Ganz oben in der Tiroler Liga gibt’s keine Diskussionen mehr. Die Löwen aus Hall thronen über allen anderen Mannschaften, haben inzwischen elf Punkte Vorsprung auf die ersten Verfolger Imst und Telfs. Stand derzeit werden drei weitere Teams den Weg in die neue Eliteliga antreten dürfen. Und um diese Plätze wird beinhart gekämpft. Ein Rückblick auf die 21. Runde:

SK St. Johann – SV Hall 1:1 (0:0). Spielerisch und taktisch auf extrem hohen Niveau sahen die beiden Trainer Thomas Handle und Akif Güclü das Duell im Koasastadion. Die Heimischen gingen durch Axel Krimbacher in Führung (62.), Florian Trebo besorgte nach eine Traumkombination den Ausgleich für die Haller Löwen (74.). „Vor dem Spiel habe ich zu Akif gesagt: Ich gratuliere dir nach der Partie zum Titel, du mir zum Sieg. Ganz hat’s leider nicht funktioniert“, lachte Handle. Das Remis verdarb ihm aber nicht die Laune: „Es war ein extrem starkes Tiroler-Liga-Spiel.“

FC Natters – SC Sparkasse Imst 2:2 (1:0). Nach Zirl knöpften die tapferen Natterer nun auch Aufstiegsaspirant Imst einen Punkt ab. „Ich bin einfach brutal stolz darauf, was die Burschen Woche für Woche abrufen. Dabei haben wir gegen Imst wieder acht Leute, davon sechs Stammspieler gefehlt“, war Coach Alexander Pfurtscheller voll des Lobes. Daniel Haller (11.) und Philipp Pfurtscheller (72.) hatte die Gastgeber zweimal in Führung geschossen. Für Imst war es der wiedergenesene René Prantl, der mit einem Freistoßtreffer (69.) und einem verwandelten Elfmeter (83.) das Remis rettete. Trainer Sladjan Pejic: „Wir wussten um die Schwerer der Aufgabe, haben deshalb während der Woche auf einem kleinen Platz trainiert. Mit dem Unentschieden kann ich leben.“

FC Söll – SV Telfs 0:2 (0:1). Nach dem 4:4 vor eigenem Publikum wollten es die Telfer auswärts am Kunstrasen in Söll besser machen und starteten voll fokussiert in die Partie. „Es war richtig zu spüren, dass die Burschen unbedingt wollen und sich jetzt auch vorgenommen haben, in die Eliteliga aufzusteigen“, sagte Trainer Werner Rott. Marcel Schreter war es vorbehalten, mit einem Freistoß genau ins Kreuzeck die Telfer in Führung zu bringen (33.). In der Folge blieben die Oberländer das spielbestimmende Team. Als die Partie etwas abflaute, brachte Rott seinen Sohn Manuel, der nur vier Minuten nach seiner Einwechslung mit dem 2:0 für klare Verhältnisse sorgte (77.). Beeindruckt zeigte sich Söll-Trainer Schurl Kirchmair: „Telfs war eindeutig die beste Mannschaft, gegen die wir im bisherigen Saisonverlauf gespielt haben.“

WSG Swarovski Wattens Amateure – FC Zirl 1:2 (1:0). Der FC Zirl, der vor einer Woche den Trainer gewechselt hatte (Martin Hofbauer übernahm für Christoph Aschenwald) stand vor der Partie mit dem Rücken zur Wand. Vom Spielermaterial her muss die Mannschaft eigentlich aufsteigen. Doch in den letzten Wochen zeigte die Leistungskurve nur noch nach unten. Und im Gernot-Langes-Stadion schienen sich die Oberländer endgültig vom Aufstieg verabschieden zu müssen. Durch einen Treffer von Kelvin Yeboah führten die Gastgeber nämlich bis zur 92. Minute mit 1:0. Dann gab’s Elfmeter für Zirl, den Stefan Milenkovic verwertete. Und tatsächlich war diese nur eine Minute später nochmal zur Stelle und fixierte den 2:1-Siegtreffer. „Das Spiel war schon ziemlich nervenaufreibend. Und wenn du noch zwei Tore in der Nachspielzeit erzielst, war dann am Ende auch viel Glück dabei“, sagte Hofbauer. Wattens-Trainer Martin Rinker war bedient: „Es ist unfassbar, dass wir so eine Partie noch verlieren. Ein klassischer Selbstfaller.“ Ob Zirl der Sieg viel nützt, wird sich weisen. Der Rückstand auf einen Aufstiegsplatz beträgt immer noch fünf Punkte.

SC Pfeifer Holz Kundl – SV Bäcker Ruetz Kematen 0:3 (0:1). Siehe eigener Bericht!

SV Kirchbichl – SV Zams 4:2 (1:2). Seit einigen Wochen krankt es im Spiel des SV Zams, der nach der Winterpause noch auf einem Aufstiegsplatz gelegen war. „Wir machen hinten einfach zu viele Fehler. Da können wir vorne gar nicht so viele Tore schießen. Dabei war die Defensivarbeit im Herbst noch unsere große Stärke“, sagte Trainer Josef Haslwanter. In Kirchbichl lagen die Oberländer zur Pause durch Treffer von Tobias Fleischmann (34.) und Fabian Birschner (38.) bei einem Gegentor von Manuel Hechl (16.) noch mit 2:1 in Front. Doch nach Seitenwechsel drehten die Unterländer durch Florian Konrad (57.), Michael Misslinger (81.) und Markus Peer (83., Elfmeter) die Partie zu ihren Gunsten. Kirchbichl-Trainer Paul Schneeberger: „Zams war in der ersten Halbzeit effektiver. Am Ende geht unser Sieg aber in Ordnung.“

SV Völs – SV Innsbruck 2:5 (0:2). „Für die Zuschauer war es ein tolles Spiel. Und wir konnten viel lernen. Die Niederlage geht in Ordnung, der SVI war die bessere Mannschaft“, bilanzierte Völs-Trainer Hans Glabonjat. Zufrieden zeigte sich sein Gegenüber Markus Seelaus: „Dass wir nach einer 2:0-Halbzeitführung den Ausgleich hinnehmen musste, war natürlich nicht ideal. Aber die Mannschaft hat sich nicht beirren lassen und noch einen verdienten Sieg herausgeschossen.“ Die Treffer für Völs erzielten Valentin Petrov (59) und Cemdrim Jahaj (68.), für den SVI waren Misel Kalinovic (20.), Marian Mair (43.), Michael Simic (70.), Lukas Steinbacher (77.) und Lucas Peintner (92.) erfolgreich.

Union Innsbruck – FC Volders 0:1 (0:0). „Wir haben einfach wieder zu viele Chancen liegen lassen“, haderte Unions Farid Lener nach der Partie. Volders-Trainer Michael Streiter atmete hingegen auf. Sohnemann David hatte mit seinem Tor in der 52. Minute den Volderern endlich wieder einen vollen Erfolg beschert. „Wir haben den Kampf angenommen und verdient gewonnen. Das war extrem wichtig für die Moral“, sagte Streiter.

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