sportszene.tirol

Titeljagd auf Schicksalsbahn

Im lettischen Sigulda werden am kommenden Wochenende neben Weltcuppunkte auch EM-Medaillen vergeben. Die Entscheidungen fallen im Race-in-Race-Modus, 130 Sportlerinnen und Sportler aus 23 Nationen haben für die Titeljagd genannt. Vor der Abreise, die am Montag mit zwei Charterflügen von Salzburg aus erfolgte, wurde der gesamte Rodeltross negativ auf Covid-19 getestet.

Rückkehr im Gelben Trikot

Österreich Olympiarodler haben gut lachen. Mit drei Weltcupsiegen und insgesamt 16 Podestplätzen haben die Schützlinge von ÖRV-Cheftrainer und Sportdirektor Rene Friedl im bisherigen Saisonverlauf kontinuierlich angeschrieben und ordentlich abgeräumt. Jetzt folgt mit Sigulda eine Bahn, an die speziell die im Gesamtweltcup führenden Doppelsitzer Thomas Steu und Lorenz Koller alles andere als gute Erinnerungen haben. Eine Woche nachdem das Duo bei der Europameisterschaft 2020 in Lillehammer Silber im Disziplinenrennen und Gold mit der Team-Staffel abgeräumt hat, folgte in Sigulda ein folgenschwerer Sturz. Die beiden Metallplatten und 25 Schrauben, mit denen der Schien- und Wadenbeinbruch von Thomas Steu im vergangenen Jänner fixiert werden musste, begleiten den 26-jährigen Heeressportler nach wie vor.

Geht es nach den bisherigen Saisonleistungen, dürfen sich Yannick Müller und Armin Frauscher wieder einiges ausrechnen. Das Duo rodelte in ihrer erst zweiten Saison am Doppelsitzer bereits zweimal auf das Podest, rangiert im Gesamtweltcup auf Rang sechs. Ein Stück weit höher hängen die Trauben für Juri Gatt und Riccardo Schöpf, die heimischen Junioren müssen sich ihren Startplatz über den Nationencup am Freitag sichern. 

Während im Weltcup fünf Einsitzer startberechtigt sind, ist das EM-Kontingent pro Nation mit vier Schlitten limitiert. Die ÖRV-Medaillenhoffnungen ruhen auf den Schultern von David und Nico Gleirscher, Jonas Müller und Wolfgang Kindl, für Reinhard Egger geht es um weitere Weltcuppunkte. Bei den Damen werden Österreichs Farben von Madeleine Egle, Lisa Schulte und Hannah Prock vertreten. Während ihre Teamkolleginnen für die Entscheidungen gesetzt sind, muss Prock das Weltcupticket im Nationencup am Freitag lösen. Vor allem Egle, die am vergangenen Wochenende in Königssee erstmals auf das Weltcuppodest gerodelt war, hat an Sigulda gute Erinnerungen. Die 22-jährige Rinnerin rodelte im Vorjahr im lettischen Eiskanal, der neben Königssee und Oberhof zu den technisch und physisch anspruchsvollen im Weltcup zählt, auf Rang fünf. Madeleines jüngere Schwester Selina Egle, die in Königssee ihr Debüt im Weltcup gab, ist auf die Schulbank zurückgekehrt.

Eröffnet wird die Punkte- und Medaillenjagd von den Doppelsitzern und Herren-Einsitzern am Samstag, tags darauf folgt das Rennen der Damen und eine Team-Staffel. 

Rene Friedl (ÖRV-Cheftrainer & Sportdirektor): „Wir haben in der Saisonvorbereitung hier sehr gut trainiert, jetzt gilt es in den Trainingsläufe den Rhythmus zu finden und das Material auf die Verhältnisse einzustellen. Gerade auf dieser sehr selektiven Bahn muss die Abstimmung gut überlegt sein. Natürlich wollen wir unser volles Geschwindigkeitspotential auch hier ausspielen, aber wir werden kein unnötiges Risiko eingehen. Die Letten, aber auch die Russen, die viel in Sigulda trainieren, sind für mich in der Pole-Position, natürlich wird auch wieder mit den Deutschen zu rechnen sein, die Italiener muss man ebenfalls auf der Rechnung haben. Wir haben in allen Disziplinen unsere Chancen, sind uns aber auch der großen Konkurrenz bewusst. Unser Ziel sind zwei EM-Medaillen.“ 

Nico Gleirscher: „Ich habe mit Sigulda noch eine Rechnung offen, bin im Vorjahr nach Halbzeitrang vier zu Sturz gekommen. Meine Form passt, die Ergebnisse von zuletzt geben mir zusätzlich Selbstvertrauen. Ich freue mich auf die Rennen, wenn ich abrufe was ich draufhabe, ist wieder ein Spitzenplatz möglich.“

Thomas Steu: „Wir haben uns die Bahn wie schon beim Lehrgang im Herbst Stück für Stück erarbeitet, waren im Training bewusst verhalten unterwegs. Das Ergebnis ist für uns diesmal nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass wir ein sicheres Setup finden, beide Läufe gut meistern und heil unten ankommen.“

 Zeitplan (MEZ):

Samstag, 09. Jänner:

10:30    Herren/1. Lauf

12:05    Herren/2. Lauf

14:10    Doppelsitzer/1. Lauf

15:30    Doppelsitzer/2. Lauf

Sonntag, 10. Jänner:

09:30    Damen/1. Lauf

10:55    Damen/2. Lauf

12:50    Team-Staffel

Foto: ÖRV/Kirsten Images

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

code