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Steu/Koller behalten ihre gelben Trikots

Österreichs Olympia-Rodler, im bisherigen Saisonverlauf mit drei Weltcupsiegen und insgesamt 16 Podestplätzen eine Klasse für sich, rasten am ersten Tag der Europameisterschaft in Sigulda an den Medaillen vorbei. Dennoch fällt die Bilanz speziell bei den Doppelsitzern durchaus positiv aus.

Enorme Fliehkräfte, ein extrem hoher Anpressdruck, Top-Geschwindigkeiten über 120km/h – der Eiskanal in Sigulda ist für seine technischen Herausforderungen berühmt berüchtigt und sorgte in der ersten EM-Halbzeit für zahlreiche Stütze und einige Schrecksekunden. Keinerlei Probleme hatten die Hausherren Andis und Juris Sics, die der Doppelsitzer-Konkurrenz ihren Stempel aufdrückten. Die Letten eroberten mit ihrem dritten Weltcupsieg ihr erstes EM-Gold, Silber ging an die deutschen Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt, Bronze holte mit Martins Bots und Roberts Plume ein weiteres Duo aus Lettland. Thomas Steu und Lorenz Koller, die im Vorjahr auf der EM-Bahn schwer zu Sturz gekommen waren, zeigten keinerlei Berührungsängste und verteidigten mit einem tollen fünften Rang ihre Führung im Gesamtweltcup. Yannick Müller und Armin Frauscher, die im Training grobe Probleme mit der Linie hatten, gelang mit Rang neun ein ebenfalls starkes Rennen, die ÖRV-Junioren Juri Gatt und Riccardo Schöpf beendeten ihre EM-Premiere auf Position 20.

Thomas Steu und Lorenz Koller verteidigten ihre gelben Trikots.
Fotos: FIL/Marks Galinovskis

Im Einsitzer der Herren, die die 52. FIL-Europameisterschaft eröffnet haben, gelang den deutschen Schlitten einen Doppelsieg. Felix Loch sicherte sich mit seinem siebenten Saisonsieg den dritten EM-Titel seiner Karriere, Johannes Ludwig eroberte Silber. Auf Rang drei landete Titelverteidiger Dominik Fischnaller (ITA). Nico Gleirscher, zuletzt in Königssee starker Vierter, ließ seine Möglichkeiten mit einem durchwachsenen ersten Lauf liegen. Nach Halbzeitrang 15 zündete der Stubaier im zweiten Durchgang den Turbo, katapultierte sich mit der fünftschnellsten Zeit noch auf Platz acht. Umgekehrt verlief das Rennen für Wolfgang Kindl. Nach Zwischenrang sechs in absoluter Schlagdistanz zu den Medaillen, rutschte der Natterer im Finale nach einem Fahrfehler im Mittelteil auf Rang neun zurück. Für die weiteren ÖRV-Einsitzer war es ein Tag zum Vergessen. Jonas Müller, nach dem ersten Durchgang auf Rang neun, sah nach einem Kippsturz im Finale keine Zielflagge, David Gleirscher und Reinhard Egger wurden aufgrund einer zu hohen Schienentemperatur bereits nach dem ersten Durchgang disqualifiziert.

Die Titelkämpfe, bei der es im Race-im-Race-Modus auch um weitere Weltcuppunkte geht, finden am Sonntag mit der Entscheidung der Damen ihre Fortsetzung und werden mit einer weiteren Team-Staffel abgeschlossen. 

Thomas Steu: „Nach der Vorgeschichte war es definitiv ein sehr spezielles Rennen für uns. Wir haben in keiner Sekunde an das Ergebnis gedacht, haben uns zwei solide, unfallfreie Läufe als Ziel gesetzt. Der fünfte Platz ist mehr wert als so mancher Podestplatz. Die Führung im Gesamtweltcup bleibt eine feine Momentaufnahme, entscheidend ist, wer nach St. Moritz die Nase vorne hat.“

Armin Frauscher: „Wir haben uns gegenüber dem Training super steigern können, sind hier trotz unserer fehlenden Routine, die auf dieser Bahn besonders erschwerend hinzukommt, wieder in die Top-10 gekommen. Damit sind wir mehr als zufrieden und blicken weiterhin sehr positiv und top motiviert in die Zukunft.“

Nico Gleirscher: „Im ersten Lauf waren schlicht und einfach zu viele Rutscher drinnen, da ist die Zeit gleich mal weg. Ich habe am Set-up in der Pause nichts geändert, weiß dass mein Material sehr gut läuft und habe das im Finale auch unter Beweis gestellt. Ein achter Rang ist nichts, wofür man sich schämen muss, in Anbetracht meiner Form und Möglichkeiten kann ich mit dem Ergebnis aber nicht wirklich zufrieden sein.“

Wolfgang Kindl: „Die Spitze liegt so eng beisammen, da hilft nur Vollgas und eine bedingungslose Attacke, um ganz vorne mitzumischen. Ich habe im Training sehr gut gearbeitet, es geht sukzessive in die richtige Richtung, schade dass ich mich heute nicht belohnt habe.“

Ergebnisse:

Doppelsitzer:

1. Andris Sics/Juris Sics LAT 1 :23.610

2. Tobias Wendl/Tobias Arlt GER +0.029

3. Martins Bots/Roberts Plume LAT +0.100

5. Thomas Steu/Lorenz Koller  AUT +0.336

9. Yannick Müller/Armin Frauscher AUT +0.729

20. Juri Gatt/Riccardo Schöpf AUT +3.715

Herren:

1. Felix Loch GER 1:35.884

2. Johannes Ludwig GER +0.220

3. Dominik Fischnaller ITA +0.287

8. Nico Gleirscher AUT +0.559

9. Wolfgang Kindl AUT +0.614

DNF Jonas Müller AUT

DSQ David Gleirscher AUT

DSQ Reinhard Egger AUT

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