Lenas großer Traum von „Old Trafford“

Die Europameisterschaft in England, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland und zudem der beinharte Alltag in der deutschen Bundesliga: Das Fußballjahr 2022 hat für die Seefelderin Lena Triendl so einiges zu bieten. Sportszene.tirol bat die 21-Jährige zwischen den beiden Quali-Spielen gegen England (0:1) und Luxemburg (heute Dienstag 20 Uhr live in ORF Sport +) zum Gespräch.

Lena, du bist aktuell mit dem Team in Sachen WM-Qualifikation unterwegs. Wie groß ist die Freude Teil des Nationalteams zu sein?

Es ist immer eine Ehre für das Nationalteam nominiert zu sein. Es zeigt mir, dass ich am richtigen Weg bin und das macht mich stolz. Zudem ist die Stimmung echt super! Wir versuchen alle fokussiert unsere Aufgaben umzusetzen. Der Spaß kommt dabei aber nicht zu kurz.

Gegen Gruppenfavorit England musstet ihr euch am Samstag knapp mit 0:1 geschlagen geben. Wie fällt ein Resümee aus?

Die Niederlage ist natürlich bitter. Aber wir haben gegen England richtig gut mitgespielt und müssen die positiven Dinge aus dem Spiel mitnehmen. Wir können stolz auf uns sein!

Bleiben wir bei England! In knapp siebeneinhalb Monaten bestreitet ihr das EM-Eröffnungsspiel gegen die „Lionesses“. Gespielt wird in Old Trafford, im „Theatre of Dreams“. Vielmehr geht nicht, oder?

Stimmt! Das wird wirklich ein Karriere-Highlight für jede, die da dabei sein darf.

Wie groß sind die Chancen, dass du mit dabei bist?

Schwierig zu sagen. Die Konkurrenz auf meiner Position ist sehr stark. Es sind alles erfahrene und richtig gute Spielerinnen. Ich werde auf jeden Fall hart arbeiten, mich in der Bundesliga zeigen und wenn ich beim Nationalteam dabei bin, alles geben.

Von der EM zur WM. Die neunte Frauen-Weltmeisterschaft soll von Mitte Juli bis Mitte August 2023 in Australien und Neuseeland stattfinden. Mit oder ohne Österreich?

Mit England und Nordirland haben wir starke Gegner in unserer Gruppe. Jedoch haben wir am Samstag gezeigt, dass wir auch gegen eine Top-10 Nation mithalten können. Unser Ziel ist die Teilnahme und wir werden alles daran setzen uns zu qualifizieren.

Kommen wir zu dir. Du hast im Sommer den Schritt ins Ausland gewagt. Eine Entscheidung die rückblickend wie ausfällt?

Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Mir gefällt es sehr gut beim SC Sand und ich merke einfach wie ich mich stetig weiterentwickle.

Du hast es bislang auf neun Bundesliga- und zwei DFB-Pokal-Einsätze gebracht. Wie fällt eine erste Bilanz aus?

Es ist nicht selbstverständlich, dass man als junge Spielerin in der deutschen Bundesliga sofort so viel Spielzeit bekommt. Daher bin ich sehr dankbar, möchte mich aber nach und nach zu einer Stammspielerin entwickeln.

Was den Club anlangt, sieht es derzeit nicht so rosig aus. Mit nur einem Zähler aus neun Spielen habt ihr die rote Laterne inne. Woran liegt es?

Schwer zu sagen. Ich glaube durch die Umstände mit dem erneuten Trainerwechsel mussten wir uns erstmal finden. Ich denke, dass wir jetzt wieder auf dem richtigen Weg sind, um unser Potential auszuschöpfen und die Mission Klassenerhalt zu meistern!

Inwiefern unterscheidet sich die deutsche von der österreichischen Bundesliga?

Dadurch, dass der Frauenfußball in Deutschland seit längerer Zeit sehr präsent ist und auch sehr gefördert wird, sind natürlich die zur Verfügung stehenden Mittel besser. Dadurch resultierend ist auch das Niveau bedeutend höher. Fußballerisch ist der Konkurrenzkampf natürlich sehr groß, sowie das Tempo und auch die grundlegende Physis.

Wie groß war der „Kulturschock“? Von den Seefelder Bergen in den Schwarzwald?

Die größte Umstellung war die Sprache. Hochdeutsch sprechen ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Zum Glück wohne ich mit Jasmin Pal zusammen, mit der ich daheim wenigstens „normal“ reden kann (lacht).

Was vermisst du an deiner Heimat am meisten, und was möchtest du an Baden-Württemberg nicht mehr missen?

Am meisten vermisse ich die Berge, die Lockerheit der Menschen und das österreichische Essen. Hier gefällt mir sehr gut die Nähe zu großen Städten wie Stuttgart, Straßburg und Frankfurt.

Inwiefern verfolgst du das Geschehen in der Heimat? Stichwort FC Wacker Damen und FC Seefelder Plateau?

Klar interessiert es mich, wie es bei meiner alten Mannschaft so läuft! Ich verfolge immer die Ergebnisse und hab noch mit ein paar Spielerinnen Kontakt. Wie es den Seefeldern läuft, bekomme ich hauptsächlich auf Social Media mit.

Das Fußballjahr 2021 geht für dich am 19. Dezember mit einem Heimspiel gegen Frankfurt zu Ende. Geht`s dann direkt nachhause?

Ja ich fahre am nächsten Tag nachhause und werde die Feiertage mit meiner Familie verbringen. Danach heißt es für mich wieder Vollgas trainieren, um gut in die Vorbereitung zu starten.

Letzte Frage: Corona und hier vor allem das Thema „Impflicht für Sportler“ ist wieder einmal im Fokus. Wie stehst du dazu?

Ich denke das ist ein sehr kritisches Thema, wozu sich jeder selbst seine Meinung bilden muss.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Heute Abend trifft Lena Triendl mit dem österreichischen Nationalteam auf Luxemburg. Fotos: Christopher Glanzl

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