pixabay

Das Liebäugeln mit Stars

Die Saison im Tiroler Fußball-Unterhaus biegt in die Zielgerade ein. Was für Vereinsverantwortliche naturgemäß heißt, die Kaderplanungen für die kommende Spielzeit voran zu treiben. Da und dort sind die Finanzen angespannt, große Sprünge kaum möglich. Manch ein Verein scheint hingegen genügend Euros in der Kasse zu haben, um etwa auf diverse Spieler von Wacker Innsbruck zu schielen, die dem Profi-Dasein ob des wirtschaftlichen Untergangs der dortigen GmbH und mangels Angeboten von anderen Vereinen im Berufsfußball wohl oder übel Lebewohl sagen müssen.

Der FC Kufstein agiert in dieser Spielzeit weit unter den Erwartungen. Unter dem künftigen Übungsleiter Denis Husic, derzeit noch bei Wörgl engagiert, soll ab Sommer aber ein anderer Wind wehen. Um die hohen sportlichen Zielsetzungen zu realisieren, schielen die Vereinsverantwortlichen offenbar auch über die Grenze – und wollen den aktuell beim TSV Brannenburg engagierten Bender-Zwillingen ein Angebot machen.

Genau: Lars Bender, der  von 2009 bis 2021 256 Spiele für Bayer 04 Leverkusen bestritt – und Bruder Sven, von 2009 bis 1017 mit 158 Partien für Borussia Dortmund und von 2017 bis 2021 noch mit 107 Einsätzen an der Seite von Lars bei Leverkusen. Für die deutsche Nationalmannschaft lief Lars 19 Mal, Sven sieben Mal auf.

Der richtige Weg? Zwei deutsche Star-Kicker in der Regionalliga Tirol wären einerseits sicher eine Attraktion, könnten sich auch positiv auf die Zuschauerzahlen in den Stadien auswirken – basierend auf dem Motto „Gemma Benders schauen”. Andererseits: Nachhaltige Vereinsarbeit ist das sicher keine, wenn zwei 33-jährige Altstars aus dem Nachbarland geholt werden. Wäre das dafür nötige Geld nicht besser im Nachwuchs investiert? Wo soll denn in Tirol der Unterbau herkommen, wenn jungen Spielern Altstars vor die Nase gesetzt werden?

Und wie wär’s eigentlich, wenn die Vereinsmacher dann gleich noch bei Bastian Schweinsteiger anfragen? Der stammt aus dem nahen Kolbermoor und hat für seine Familie ein schmuckes Heim in Westendorf errichten lassen. Basti ist zwar vier Jahre älter als die Bender-Zwillinge, aber wirkt zumindest bei TV-Auftritten im feinen Zwirn immer noch fit…

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code