Acakoro Fotball

Tiroler Hilfe für Fußballprojekt in Kenia

Im Jahr 2013 gründete der ehemalige und 2018 verstorbene ÖFB-Teamstürmer Helmut Köglberger inmitten der kenianischen Hauptstadt Nairobi für Mädchen und Buben die Fußballschule Acakoro. Der Name steht für „Academy of Korogocho”. Korogocho ist wiederum eines der größten Slums der afrikanischen Metropole, in dem rund 200.000 Menschen unter ärmlichsten Verhältnissen leben.

Das Projekt wird inzwischen von Köglbergers Sohn Stefan weitergeführt. Und auch zwei Tiroler engagieren sich mit vollem Einsatz dafür. Lukas Mott aus dem Außerfern fungiert seit 2021  vor Ort als Head of Sports von Acakoro Football. Und Christian Kranebitter, sozial engagierter Obmann der SPG Silz/Mötz, steuert von Österreich aus diverse Maßnahmen und hat sich bereits selbst vor Ort mehrmals ein Bild gemacht.

Schule und Training

Er erzählt: „Ich bin 2022 erstmals dort und vom Vorhaben, das mir Lukas ausführlich erläutert hat, sofort begeistert gewesen. Aktuell ist das Training natürlich nur auf einem notdürftigen Platz, den man eher als Acker bezeichnen muss, möglich. Auch die Umkleideräumlichkeiten sind provisorisch. Aber es gibt bereits Kooperationsschulen. Und jene Kinder, welche eine Schule besuchen, dürfen bei Acakoro auch trainieren. Der Hauptzweck ist ein sozialer, denn wir wollen Kinder samt ihren Familien aus dem Slum holen.”

Stillstand ist freilich nichts für Mott und Kranebitter. Ersterer erhielt das Mandat, nach einem geeigneten Grundstück Ausschau zu halten, auf dem eine richtige Fußballakademie mit echten Fußballplätzen entstehen soll. „Das war durchaus zeitaufwändig. Denn in Frage kommende Flächen gibt es nicht im Übermaß. Und wenn, dann sind diese extrem teuer”, schildert Kranebitter.

Schließlich wurde aber Gladys Wanga, Governor im County Homa Bay, auf das Projekt aufmerksam. Und stellte ein direkt am Victoriasee gelegenes Grundstück für die nächsten 30 Jahre kostenlos zur Verfügung.

Bau läuft seit Frühjahr 2023

Mit den Baumaßnahmen auf der 80.000 Quadratmeter großen Fläche für das Vorhaben „Acakoro Safe Haven” wurde im Frühjahr 2023 begonnen. Im September 2024 sollen die ersten Kinder in die künftige Akademie kommen. Es war früher geplant, doch wegen der langen Regenperiode musste das Grundstück zunächst entwässert werden.

Gebohrt wurde bereits in Brunnen, der auch von der Bevölkerung aus der Region genutzt werden kann. Zwei Fußballfelder werden angelegt. Vorgesehen ist auch die Installation einer Photovoltaikanlage, um die Anlage mit eigenem Strom zu versorgen. Eine afrikanische Container-Firma wird die Räumlichkeiten für Schule, Kabinen, Wohnräume etc. errichten. Mit eigenen Lehrern, Trainern, Gärtnern etc. werden überdies rund 25 Arbeitsplätze für Menschen aus der Region geschaffen.

Gestartet wurde auch eine gofundme-Kampagne, um Spenden zu lukrieren. 50 Prozent des Projekts sollen auf privater Basis, 50 Prozent über Spenden finanziert werden. Ein Kooperationspartner ist auch das Land Oberösterreich, der langjährigen Heimat von Projektgründer Helmut Köglberger.

Kranebitter: „Wir wollen vor Ort nachhaltige Strukturen schaffen. Und eventuell auch dem einen oder anderen Kind später den Weg nach Europa ebnen. Technisch sind da einige extrem gut drauf. An der Körperlichkeit muss gearbeitet werden, auch über die Ernährung.”

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

code