KVÖ/Andreas Aufschnaiter

Finaleinzug verpasst

Aprilwetter beim IFSC Climbing World Cup Innsbruck 2023 Mitte Juni! Sonnenschein, Regen und Wind wechselten sich am Freitag im Boulder-Semifinale der Herren in der Freiluft-Arena im Minutentakt ab. Ähnlich unvorhersehbar wie Aprilwetter verhalten sich stets auch Boulder-Runden, diesmal lief es nicht zugunsten von Jakob Schubert. Der Lokalmatador verpasste den Finaleinzug, legte aber gleich den vollen Fokus auf den ersten Lead-Bewerb der Saison am Wochenende.

Gleich am ersten Boulder war für Schubert nichts zu holen, der Start in die Runde damit nicht optimal. Insgesamt holte er auf den vier Bouldern zwei Zonen und belegte Rang 17. „Es war eine unbefriedigende Runde, ich hatte das Gefühl, dass ich gar nicht viel zum Klettern gekommen bin. Ich wollte vor Heimpublikum groß aufzeigen, aber ich bin eigentlich gar nicht extrem enttäuscht, weil ich keine großen Fehler gemacht habe. Es waren schwierige und trickreiche Boulder, die mir nicht entgegengekommen sind“, analysierte der Olympia-Bronzemedaillengewinner von Tokio.

Der Heeressportler will nach einer durchwachsenen Boulder-Saison Positives vom letzten Weltcup in dieser Disziplin mitnehmen. „Die Qualifikation war super für das Selbstvertrauen, da habe ich gesehen, dass ich auf der richtigen Runde jeden schlagen kann. Heute war wieder das Gegenteil der Fall, auf solchen Runden ist es schwer für mich. Alles in allem war es eine meiner schlechtesten Boulder-Saisonen. Ich war oft knapp dran, vielleicht war es auch eine mentale Sache. Ich hoffe, dass ich bei der WM auch im Bouldern aufzeigen kann – das große Ziel ist die Kombination.“

Schubert wäre nicht Schubert, würde er nicht sofort wieder den Blick nach vorne richten. Bereits am morgigen Samstag startet in Innsbruck die Lead-Saison. „Es gibt keine Verschnaufpause. Ich muss mich erholen, morgen wird es mit Qualifikation und Semifinale sehr intensiv. Vom Energielevel her ist es so für den Vorstieg vielleicht besser, aber ich wäre im Bouldern gerne im Finale vor Heimpublikum geklettert“, erklärte der vierfache Weltmeister.

Die Vorfreude auf seine Paradedisziplin ist groß. „In den letzten Monaten lag der Fokus im Training schon auf dem Vorstieg, das bleibt ab jetzt so. Vor der WM muss ich dann wieder etwas mehr ins Bouldern investieren. Es ist immer eine Herausforderung, beide Disziplinen zu trainieren. Für mich wird bei der WM wichtig sein, im Lead in Top-Form zu sein und im Bouldern mithalten zu können.“

Den Aufstieg in das letzte Boulder-Finale der Weltcup-Saison 2023 schafften Simon Lorenzi (BEL), Meichi Narasaki (JPN), Sam Avezou (FRA), Nicolas Collin (BEL), Jongwon Chon (KOR) und Sorato Anraku (JPN). Das Finale der Top-6 steigt am Freitagabend (19:20 Uhr) und ist live in ORF Sport+ zu sehen.

Foto: KVÖ/Aufschnaiter

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

code