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Rodler schürfen Gold und Silber

Thomas Steu und Lorenz Koller, die in der Vorwoche in Altenberg ihren vierten Weltcupsieg eingefahren haben, blieben auch im Olympiaeiskanal von 1994 wenig schuldig und eroberten ihre erste EM-Medaille. Die WM-Dritten des Vorjahres musste sich lediglich den Russen Denisev/Antonov geschlagen geben, die neben der Goldmedaille ihren dritten Weltcupsieg fixierten. Auf Rang drei landete mit Yuzhakov/Prokhorov ein weiteres russisches Duo. Die erfolgsverwöhnten deutschen Doppelsitzer hatten diesmal mit der Entscheidung nichts zu tun. Die amtierenden Weltmeister Toni Eggert und Sascha Benecken landeten unmittelbar vor ihren Landsleuten Tobias Wendl und Tobias Arlt auf Rang acht. Yannick Müller und Armin Frauscher beendeten ihr EM-Debüt nach einem Kippsturz im zweiten Lauf auf Rang 17.

Premiere-Gold für Egle

Bärenstark präsentierte sich auch Madeleine Egle: Die 22-jährige Rinnerin, Teil der bronzenen Olympia-Staffel von 2018, raste in der Damen-Konkurrenz auf EM-Rang fünf und entschied die erstmals durchgeführte U-23-EM-Wertung für sich. Tatyana Ivanova sicherte sich ihren vierten EM-Titel, die Russin baute damit die Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Julia Taubitz (GER) eroberte die Silbermedaille, Ivanovas Landsfrau Viktoria Demchenko holte Bronze. Hannah Prock beendete die Europameisterschaft auf Rang 21.

Am Sonntag steht zunächst die EM-Entscheidung im Einsitzer der Herren auf dem Programm. Neben David Gleirscher, Jonas Müller und Wolfgang Kindl wurde Nico Gleirscher nachnominiert. Reinhard Egger, der während der Trainingswoche überhaupt nicht mit der Bahn zu Recht kam, zog freiwillig zurück. Nico Gleirscher darf sich vor allem in der U-23-Wertung einiges ausrechnen. Abgerundet wird das Lillehammer-Wochenende mit einer Team-Staffel.

Stimmen:

Thomas Steu:„Es war heute einfach sauschwierig, wir haben leider einige Drifts drinnen gehabt, sind aber trotzdem brutal happy. Es ist unsere erste EM-Medaille, das macht die Freude umso größer. Gratulation an Alexandr und Vladi, sie haben absolut verdient gewonnen.“

Lorenz Koller:„Die Bahn ist schwierig gestanden, das hat die Sache anspruchsvoll, aber auch sehr interessant gemacht. Die Medaille war das Ziel, Silber ist großartig! Jetzt müssen wir unsere Leistung auch in der Team-Staffel abrufen. Das war zuletzt in Altenberg leider nicht der Fall, wir haben etwas gut zu machen und freuen uns auf morgen.“ 

Madeleine Egle:„Ich habe den Schwung von Altenberg sehr gut mitgenommen, mich im Training hier absolut wohl gefühlt und heute eine starke Leistung abrufen können. Die Materialabstimmung und Startzeiten waren am Punkt, abgesehen von kleinen Fehlern im unteren Bereich hat auch die Linie gepasst. Nach einer durchwachsenen ersten Saisonhälfte finde ich immer mehr die Konstanz, die es braucht. Das stimmt mich sehr zuversichtlich. Der EM-Titel in der U-23-Klasse ist großartig, ich freue mich sehr über diesen Erfolg und werde alles daran setzen in der morgigen Team-Staffel meinen Beitrag zu leisten.“

 Reinhard Egger:„Ich bin im Training überhaupt nicht zu Recht gekommen, habe kein einziges Mal getroffen und traue mir hier keine EM-Medaille zu. Bei Nico war es im Training genau umgekehrt, er hat weitaus bessere Chancen, zählt bei der U-23-Europameisterschaft zu den heißen Eisen. Ich war zwar vorqualifiziert, habe mich aber mit den Trainern besprochen und mich dann zu diesem Schritt entschieden. Ich hoffe, dass es den Burschen aufgeht, für mich geht es um ein akzeptables Weltcupergebnis, dafür braucht es aber eine deutliche Steigerung.“

Foto: ÖRV

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