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WM-Gold zum Abschluss

Österreichs Olympiarodler wurden ihrem erfolgreichen Ruf auch bei der Weltmeisterschaft in Königssee gerecht.

Im abschließenden Mannschaftsbewerb, seit 2014 im olympischen Programm, erarbeitete sich das heimische Quartett dank perfekten Fahrten von Madeleine Egle, David Gleirscher und den Doppelsitzern Thomas Steu/Lorenz Koller einen Vorsprung von 38 tausendstel Sekunden auf Deutschland. Damit triumphierte Österreich nach 22 Jahren wieder in einer WM-Team-Staffel, Lettland gewann Bronze.

Der dritte Renntag auf der ältesten Kunsteisbahn der Welt hatte bei leichtem Schneeregen mit der Entscheidung der Damen begonnen. Während die Gastgeber ihrer Favoritenstellung bei den Herren nicht nach Wunsch ausspielen konnten und sich mit lediglich einer Silbermedaille begnügen mussten, gelang den deutschen Damen eine weitere Machtdemonstration. Wie im WM-Sprint gab es abermals angeführt von Julia Taubitz einen Vierfachsieg zu bejubeln. Die 24-jährige Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison verwies mit zwei Laufbestzeiten Olympiasiegerin Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger auf die Plätze. Nach Rang acht bei ihrem WM-Sprint Debüt am Freitag war Lisa Schulte auch heute beste Österreicherin. Die 20-jährige Stubaierin beendete das Rennen unmittelbar hinter Titelverteidigerin Ekatarina Katnikova (RUS) auf Rang elf. Damit sicherte sich Schulte hinter Anna Berreiter (GER) die Silbermedaille in der U-23-Wertung. Hannah Prock folgte als zweibeste ÖRV-Dame auf Rang 14, in der U-23-Wertung verpasste die 20-Jährige als Vierte Bronze nur hauchdünn. Madeleine Egle, zur Halbzeit auf Rang sechs in aussichtsreicher Position, kassierte im zweiten Lauf Ausgangs der S4 eine harte Bande und rutschte auf Rang 15 zurück. Selina Egle verpasste den Finallauf um eine Position, die 18-jährge Schwester von Madeleine beendete ihr WM-Debüt auf Platz 21.

Der erfolgreichste ÖRV-Athlet in Königssee war damit David Gleirscher. der Stubaier Olympiasieger holte neben Staffel-Gold im Sprint und Disziplinenrennen der Herren die Bronzemedaille. Bruder Nico hatte sich am Freitag zum neuen Sprint-Weltmeister gekürt.

Die vorolympische Saison der Kunstbahnrodler wird am kommenden Wochenende (6./7.2) mit dem Saisonfinale in St. Moritz beendet. Für die Doppelsitzer Thomas Steu und Lorenz Koller, die bereits als Gesamtweltcupsieger feststehen und auch den Sprint-Weltcup für sich entscheiden konnten, geht nach es noch um die kleine Kristallkugel im Disziplinenweltcup. Bei den Damen fehlen Madeleine Egle im Gesamtweltcup lediglich zwölf Punkte auf einen Top-3-Platz. Der letzte ÖRV-Podestplatz im Gesamtweltcup gelang Angelika Neuner in der Saison 2000/01 mit Rang drei. Auch in der Team-Staffel hat Österreich im Gesamtweltcup noch alle Chancen.  

Stimmen:

David Gleirscher:

„Es war für mich ein Wahnsinns Wochenende, da gibt es nicht mehr viel hinzufügen. Die Staffel war nach dem Fehler der deutschen Doppelsitzer hinten raus noch extrem spannend, so einen Ausgang wünscht man sich, dass es am Ende Gold wird ist natürlich fantastisch.“

Madeleine Egle:

„Gerade weil es am Freitag und auch heute Vormittag für mich nicht nach Wunsch gelaufen ist wollte ich in der Staffel einen perfekten Lauf zeigen und Vollgas geben. Wenn es dann so aufgeht ist das natürlich ein Traum.“

Thomas Steu:

„Wir haben uns hier schon eine Medaille ausgerechnet. Nachdem es in den Einzeldisziplinen nicht gereicht hat, sind wir über die Goldene in der Team-Staffel umso glücklicher.“

Rene Friedl (ÖRV-Cheftrainer und Sportdirektor):

„Es war aufgrund der Wettersituation hinsichtlich der Schlittenabstimmung ein sehr schwieriges und richtig herausforderndes Wochenende. Wir haben uns gestern bei der Entscheidung der Doppelsitzer etwas vergriffen, aber sehr schnell reagiert und vor allem die richtigen Schlüsse gezogen. Peter Penz und Tobias Schiegl, die bei uns für das Material verantwortlich sind, haben einen wirklich guten Job gemacht. Unsere Doppelsitzer sind zwar klar unter Wert geschlagen worden, dafür haben wir im Einsitzer der Herren die beste Bilanz aller teilnehmenden Nationen. Bei den Damen hat sich Lisa auch heute sehr gut verkauft und mit der Silbermedaille in der U-23-Wertung belohnt. Madeleine hat der Fehler leider ein Top-Ergebnis gekostet, aber so ist eben der Rennsport. Sie hat die richtige Antwort in der Steffel gegeben, auch David und Steu/Koller haben ihre Aufgabe hervorragend gelöst. Die Goldene zum Abschluss war nochmal die Krönung, alles in allem war es ein sehr gelungenes Wochenende, von dem her sind wir absolut zufrieden und super happy.“

Ergebnisse:

Team-Staffel:

1. Österreich 2:43.139

2. Deutschland +0.038

3. Lettland +0.432

Damen:

1. Julia Taubitz GER 1:41:132

2. Natalie Geisenberger GER +0.315

3. Dajana Eitberger GER +0.472

11. Lisa Schulte AUT +1.457

14. Hannah Prock AUT +1.599

15. Madeleine Egle AUT +1.777

21. Selina Egle AUT 51.514

U-23-Weltmeisterschaft:

1. Anna Bereiter GER 1:41.970

2. Lisa Schulte AUT +0.619

3. Ashley Farquharson USA +0.736

4. Hannah Prock AUT +0.761

5. Madeleine Egle AUT +0.939 

9. Selina Egle AUT 51.514

Foto: FIL/Mareks Galinovskis

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