Sonderzug nach oben gerade so erwischt

Lange Zeit war der Kampf um die Vizemeisterschaft lediglich einer um die „goldene Ananas“. Doch ob des Rückzugs einiger Mannschaften, ob der Gründung diverser Spielgemeinschaften und nicht zuletzt ob der Posse rund um den FC Wacker Innsbruck hieß es vergangene Woche plötzlich: „Aus drei mach sechs.“ So beschloss das Präsidium des TFV bei seiner letzten Sitzung, dass sowohl der Erste als auch der Zweitplatzierte der 2. Klassen aufstiegsberechtigt ist. Dementsprechend kam der ESV Hatting/Pettnau zu seinem „Endspiel dahoam“. Zu Gast im „Innstadion“ war der unmittelbare Aufstiegskonkurrent Vils.

ESV HATTING/PETTNAU – FC VILS 1B 2:0 (2:0). Tore: Scheiring (6.), Neuner (18.). Dass das Endspiel um das zweite Aufstiegsticket ein heißes werden würde, lag also auf der Hand. Und dies nicht nur ob Temperaturen jenseits der 30 Grad. Es dauerte auch nicht lange bis zum ersten Aufreger. Die Hausherren, sichtlich nervös in die Partie gestartet, liefen in einen Konter – Goalie Stefan Pistrich kam gegen den heraneilenden Stürmer einen Tick zu spät: Elfmeter für Vils und Schockstarre bei den 200 Zuschauern. Diese hielt allerdings nicht lange an, zumal der extrem schlecht geschossene Strafstoß wohl immer noch in der Luft ist. Während die Gäste noch am Hadern und Zaudern waren – der nächste Aufreger. Noah Scheiring setzt sich im Eins-gegen-Eins durch, lupft das Leder gekonnt zum 1:0 in die Maschen. Nur wenig später nahm sich Felix Neuner ein Herz, versenkte das Spielgerät zum 2:0 im langen Eck. Und wären die Hausherren im Umgang mit ihren Torchancen nicht ganz so schludrig umgegangen, die Partie wäre schon zur Pause entschieden gewesen. „Die Mannschaft war zu Beginn sichtlich nervös, hat sich aber nach dem verschossenen Elfmeter erfangen und letztlich verdient gewonnen. Vor allem in der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant. Da müssen wir mindestens zwei, drei Tore mehr machen. In der zweiten Halbzeit haben wir die Partie dann trocken nachhause gespielt“, fand der sonst so wortgewandte Christoph Pardeller nach Schlusspfiff nur schwer Worte. „Unglaublich! Ich bin sprachlos. Und das ist bei mir sehr selten.“ Das Geheimnis des Erfolges verriet der sportliche Leiter dann doch. „Die Arbeit der letzten Jahre, vor allem jener im Nachwuchs, macht sich jetzt bezahlt. Und genau diesen Weg, mit vielen jungen und einigen routinierten Spielern, werden wir weitergehen.“ Der einzige Unterschied: Nach acht Jahren im Ligakeller, endlich eine Etage höher.

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