Der Nebel am Fußballhimmel lichtet sich

Auch wenn sich manch Grün noch unter einer dicken Schneeschicht versteckt und Corona weiter sein Unwesen treibt: König Fußball wird früher oder später wieder die Regentschaft übernehmen. Stellt sich nur die Frage wann. Angesichts dessen, dass niemand in die berühmte Glaskugel schauen kann, hat der Tiroler Fußballverband in Absprache mit den Klassenobleuten der Regional- und Tiroler Liga ein mögliches Szenario entwickelt, welches sich nach dem Ende des Lockdowns richtet.

So soll jedem Verein eine Vorbereitungszeit von vier Wochen eingeräumt werden, mögliche Relegationsspiele müssen vor der im Juli beginnenden Sommertransferzeit abgeschlossen sein. Ersteres könnte die Laufzeit der Meisterschaft massivst beeinflussen. Sollte der Trainingsbeginn etwa am 22. Februar erfolgen, kann nur mehr bis Runde 14 (80% aller Spiele) gespielt werden. Bei einem Vorbereitungsstart am 1. März erfolgt eine Wertung gar schon nach der 9. Runde. Der Start für die Regionalliga West und die Regionalliga Tirol (nach Punktehalbierung) soll der 3. April sein. „Wann wir definitiv beginnen, lässt mich ehrlich gesagt kalt, weil wir es ohnehin nicht ändern können. Aber klar ist, dass Gesundheit und Wirtschaft vorgehen. Da können wir uns noch so wehren“, glaubt Telfs-Co Daniel Osl an einen frühsten Vorbereitungsstart Ende Februar. „Der genaue Zeitpunkt ist ohnehin egal. Hauptsache wir können wieder normal Fußball genießen. Mit allem was dazugehört. Mit Zuschauern, einem Bier und der dazu passenden „Burenhaut“. Alles andere bringt weder Spielern, Zuschauern noch Medien etwas.“ Doch nicht nur über den Kampfmannschaftsfußball macht sich Osl Gedanken, vielmehr denkt er auch an den Nachwuchs. „Es wäre doch viel wichtiger, dass die Jungen endlich wieder kicken dürfen. Denn die sind die Zukunft.“

Um in der Tiroler Liga die Meisterschaft wie geplant über 30 Runden zu Ende zu spielen, muss der Trainingsstart spätestens am 1. März erfolgen. Ansonsten erfolgt eine Wertung nach der Hinrunde (15 Spiele) oder nach Absolvierung von 80 Prozent aller Spiele (mindestens 24). Würde die Saison etwa nach dem 24. Spieltag abgebrochen werden, fiele das vom Abstieg bedrohte Zirl um die direkten Duelle gegen Kirchbichl (13.) und Union (14.) um. „Es ist momentan alles sehr schwierig. Ich hoffe, dass so viel Spiele wie möglich absolviert werden. Denn richtig fair ist ein vorzeitiges Ende nie. Egal für welchen Verein“, weiß Trainer Wolfgang Kleissl.

Dessen Mannschaft würde von einem vorzeitigen Ende profitieren. „Mündlich wurde uns von Seiten des TFV mitgeteilt, dass wenn nur die Hinrunde gewertet wird, der Punkteabzug von neun Zählern halbiert wird.“ Damit hielten Bergmann & Co. aktuell bei 8,5 Zählern. Um einen halben Punkt mehr als die derzeit auf einem Nichtabstiegsplatz stehende Union. „Ein entsprechendes, offizielles Statement seitens des Verbandes wäre für alle Beteiligten sehr hilfreich“, so Kleissl.

Für Regionalligist Telfs (Florian Patterer, rechts) und Tirolligist Zirl (Daniel Zauner, links) gibt es zumindest etwas Licht am Terminplanungs-Tunnel. Foto: sportszene.tirol

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